ARCHIV DES exil.arte  ZENTRUMS der mdw

Eröffnungsausstellung >

Mit der Eröffnung der Ausstellung „Wenn ich komponiere, bin ich wieder in Wien” hat das exil.arte Zentrum der mdw seine Öffentlichkeitsarbeit aufgenommen. Insbesondere soll in den nächsten Jahren ein umfangsreiches Archiv mit Exilmusik aufgebaut werden, das nicht nur WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen offensteht, sondern auch Musikliebhabern mittels Konzerten, Workshops, Seminare u.a. vorgestellt werden soll.

Derzeit sind folgende Nachlässe im Archiv:

Julius Bürger (Burger)
Wien, 1897–1995, New York

Julius Bürger begann sein Studium bei Franz Schreker an der mdw im Jahr 1919 und folgte 1920 seinem Lehrer nach Berlin. Aufgrund einer Empfehlung Bruno Walters wurde Bürger Assistent von Artur Bodanzky an der Metropolitan Opera in New York. 1929 wechselte er als Klemperers Assistent an die Krolloper in Berlin. 1933, als Hitler Reichskanzler wurde, musste er nach Wien zurückkehren. Er war weiterhin als Arrangeur und Dirigent tätig, unter anderem auch immer wieder für die BBC in London. Die politischen Veränderungen in Österreich voraussehend, verließen Bürger und seine Frau 1938 auf dem Weg von London nach Wien den Zug in Paris und emigrierten 1939 nach Amerika. Hier war Bürger ab 1949 wieder an der Metropolitan Opera tätig, und es entstand eine enge künstlerische Freundschaft mit Dimitri Mitropoulos. Obwohl er kaum noch komponierte, gewann er 1984 einen Kompositionspreis an der University of Indiana mit einem Werk, das er schon 39 Jahre zuvor komponiert hatte Variationen über ein Thema von C. Ph. E. Bach. Seine Mutter wurde auf dem Transport nach Auschwitz erschossen, fünf seiner Brüder wurden im Lager ermordet.

Pressekonferenz zum Anlass der Übernahme des Nachlasses von Julius Bürger
Pressekonferenz und Empfang am 18. Mai um 10:00
Hotel The Ring, Kärtner Ring 8, 2. Stock, The Ring Suite

Ronald Pohl, ein Anwalt in New York, kannte Julius Bürger in den letzten Jahren seines Lebens sehr gut und hat mit seinen Werken auch Konzerte veranstaltet. Ronald Pohl hat den Nachlass von Julius Bürger vor kurzem dem exil.arte Zentrum der mdw geschenkt. Im Rahmen des Empfangs spielte das Adamas Quartett auch einen Satz aus dem 2. Streichquartett von Julius Bürger.


Robert Freystadtl

Hans Gál


Eine Präsentation dieser Nachlässe auf einer elektronischen Plattform ist in Vorbereitung. Sobald diese zugänglich ist, erscheint hier ein entsprechender Link.




www.mdw.ac.at/exil.arte










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Broschüre 10 Jahre exil.arte (PDF) >
sowie Fassade Lothringerstraße 18 und Egon Wellesz Bösendorfer © Iby-Jolande Varga
Dreharbeiten Erich Zeisl Hiob Uraufführung 2010 © G. Vlaschits, J. Vaughan 2010 >