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COMPOSER: Karl Rankl

Karl Rankl

born 01.10.1898 in Gaaden bei Wien
dead 06.09.1968 in St. Gilgen

Biography:

[English version below]  Karl Rankl wurde als vierzehntes von siebzehn Kindern geboren. Seine Eltern bewirtschafteten das Gasthaus Zur Krone in Gaaden bei Wien. Nach der Grundschule besuchte er zunÀchst das Gymnasium in Wien, das er nach dem Tod des Vaters 1911 jedoch verlassen musste. 1916, nach dem Abschluss der Handelsakademie, wurde er zum Kriegsdienst eingezogen und 1918 verletzt entlassen.

1918 ging Karl Rankl zu Arnold Schönberg, bei dem er zunĂ€chst Harmonielehre und Kontrapunkt, danach auch Komposition studierte. Bei Anton Webern besuchte er zudem 1920/1921 einen Kapellmeisterkurs. Rankl war GrĂŒndungsmitglied des Vereins fĂŒr musikalische PrivatauffĂŒhrungen und arbeitete dort als Assistent der Vortragsmeister, Instrumentalist, Bearbeiter und in der Organisation mit. Er war eng mit Joseph Trauneck und Hanns Eisler befreundet. In der Saison 1922/1923 begann er als Korrepetitor an der Wiener Volksoper zu arbeiten; spĂ€ter wurde er Chordirektor an diesem Haus. 1925 wechselte er als Kapellmeister an das Stadttheater in Reichenberg (Libereč), wo er zwei Spielzeiten sehr erfolgreich wirkte. 1927 arbeitete er fĂŒr ein Jahr am Stadttheater in Königsberg, wovon er sich einen Karriereaufschwung versprach. Nach vielen vergeblichen Bewerbungen ging er 1928 an die Krolloper in Berlin, wo er unter Otto Klemperer bis zur Schließung des Opernhauses arbeitete. Daneben leitete er Berliner Arbeiterchöre und komponierte Arbeiterlieder und -chöre. Er brachte es zu UrauffĂŒhrungen von Chören Hanns Eislers und Kurt Weills, deren Höhepunkt die UrauffĂŒhrung von Bertolt Brechts und Hanns Eislers „Die Maßnahme“ darstellte. Unter der Intendanz von Paul Bekker war Rankl in der Saison 1931/1932 Erster Kapellmeister am Preußischen Staatstheater in Wiesbaden. Dieses Theater wurde 1932 als Nassauisches Landestheater weitergefĂŒhrt, doch Rankl erhielt kein weiteres Engagement. In dieser Saison hielt er sich mit Gastdirigaten in Moskau, Leningrad und der Tschechoslowakei ĂŒber Wasser.

Im Februar 1933 verließ Rankl Deutschland aus Protest gegen das Naziregime. Im Herbst trat er den Posten als Erster Kapellmeister an den StĂ€dtischen BĂŒhnen in Graz an, wo er vier Jahre lang arbeitete und lebte. Hier brachte er Alexander Zemlinskys „Der Kreidekreis“ und Richard Strauss’ „Frau ohne Schatten“ zur österreichischen ErstauffĂŒhrung. In Graz entstand sein einziges Streichquartett. 1937 wechselte er an das Neue Deutsche Theater in Prag, wo er die UrauffĂŒhrung von Kreneks „Karl V.“ leitete. Nach dem MĂŒnchener Abkommen floh Rankl auf Umwegen in die Schweiz, wo er seine 1. Sinfonie vollendete. Nach wenigen Monaten floh er ĂŒber die Tschechoslowakei nach England, das er mit seiner Frau 1939 erreichte. Sie lebten zunĂ€chst in Bristol, bis Rankl im Mai als 1940 „enemy alien“ interniert wurde. Stationen seiner Internierung waren Bristol, Liverpool und die Isle of Man. Vor Mitte November 1941 wurde er aus gesundheitlichen GrĂŒnden aus dem Internierungslager entlassen. Nun zogen die Rankls nach Oxford. Sie wechselten dort mehrfach die Wohnung, bis Prof. von Gilbert Murray sie schließlich in einem Cottage aufnahm, wo sich Rankls schlechter Gesundheitszustand rasch besserte. Er komponierte Lieder und Sinfonien und konnte im FrĂŒhjahr 1944 seine Dirigentenkarriere in Großbritannien fortsetzen. Er arbeitete erfolgreich mit dem London Philharmonic Orchestra und verschiedenen Orchestern der BBC. Im folgenden Jahr machte er einige Plattenaufnahmen fĂŒr DECCA und Columbia – neben OuvertĂŒren und Sinfonien auch zwei Instrumentalkonzerte und zahlreiche Opernausschnitte des gĂ€ngigen Repertoires. Rankl bemĂŒhte sich auch um Werke seiner Lehrer: So leitete er die britische ErstauffĂŒhrung von Arnold Schönbergs „Ode to Napoleon Buonaparte“ und die UrauffĂŒhrung von Anton Weberns Kantate op. 29. 1946-1951 war er Musical Director des Royal Opera House Covent Garden in London, dessen Ensemble komplett neu aufgebaut wurde und erstmals im ganzjĂ€hrigen Spielbetrieb Opern in englischer Sprache auffĂŒhrte. Rankl hatte als ehemaliger „feindlicher AuslĂ€nder“ von Beginn an einen schweren Stand, dennoch gelang es ihm, ein funktionierendes Opernorchester und Gesangsensemble aufzubauen und u. a. den kompletten „Ring des Nibelungen“ von Richard Wagner einzustudieren. Zum Spielplan gehörten auch Benjamin Brittens „Peter Grimes“ und Arthur Bliss’ „The Olympians“, die Rankl zur UrauffĂŒhrung brachte. 1951 gewann seine Oper „Deirdre of the Sorrows“ (nach einem Libretto von J. M. Synge) einen Kompositionspreis des Arts Council of Britain, dennoch blieb sie bislang unaufgefĂŒhrt. Karl Rankl, der den Höhepunkt seiner Dirigentenkarriere ĂŒberschritten hatte, wandte sich nun kontinuierlich dem Komponieren vorwiegend großer Orchesterformen zu und bemĂŒhte sich nachhaltig darum, als Komponist Fuß zu fassen. 1952 wurde er zum Leiter des noch jungen Royal Scottish National Orchestra in Glasgow und Edinburgh ernannt, wo er vierundfĂŒnfzigjĂ€hrig erstmals einem Sinfonieorchester vorstand.

Sein letztes festes Engagement fĂŒhrte Rankl nach Sydney (Australien), wo er 1958-1960 als Leiter des Elizabethan Opera Company Trust ein festes Opernensemble aufbauen sollte. Seine letzten Jahre verbrachte er in London und im österreichischen St. Gilgen, wo die Lebenshaltungskosten niedriger waren. Sein letztes vollendetes Werk, das weltliche Oratorium „Der Mensch“ (1963/1964) greift vorwiegend Ă€ltere Werke – teilweise in Bearbeitungen – auf, die entweder an Wendepunkten in seiner Biographie oder markanten Punkten seines Schaffens entstanden. Karl Rankl starb am 6. Sept. 1968 in Salzburg.

Karl Rankl was born on 1 October 1898, the fourteenth of seventeen children of the Rankl family. His parents operated the Gasthaus zur Krone tavern in Gaaden, a village near Vienna. After attending primary school, he was accepted to the Vienna Gymnasium, but had to leave after his father died in 1911. Upon graduating from the Business Academy in 1916, he was conscripted into military service and discharged in 1918 after having been injured.
In 1918, Karl Rankl went to Arnold Schoenberg, under whom he initially studied harmonics, counterpoint and later also composition. He attended a conducting course taught by Anton Webern in 1920-21. Rankl was a founding member of the Society of Private Musical Performers (Vereins fĂŒr musikalische PrivatauffĂŒhrungen) and played an active role in the organization as an assistant stage manager, instrumentalist and arranger. He was close friends with Joseph Trauneck and Hanns Eisler. During the 1922-23 theater season, he worked as a repetiteur at the Vienna Volksoper, subsequently becoming choir director there. He joined the City Theater in Reichenberg (Libere
) in 1925, where he had two very successful seasons. In 1927 he spent a year at the City Theater in Königsberg, boosting his career prospects. After many unsuccessful attempts, he finally in 1928 joined the Kroll Opera in Berlin, where he worked under Otto Klemperer until the opera house was closed. He also directed the Berlin workers' choirs and composed labor movement and working class songs. He organized the world premiere of choirs directed by Hanns Eisler and Kurt Weill, culminating with the premiere of Bertolt Brecht und Hanns Eisler's "The Decision". Under the directorship of Paul Rekker, Rankl was principal conductor at the Prussian State Theater in Wiesbaden during the 1931-32 Season. Even though the theater continued operating in 1932 as the Nassau Provincial Theater, Rankl received no further engagements there. By being a guest conductor in Moscow, Leningrad and Czechoslovakia, he managed to keep his head above water.
In February 1933, Karl Rankl left Germany in protest against the Nazi regime, taking up that autumn the post of principal conductor at the City Theater in Graz, where he worked and lived for four years. It was here that he performed the Austrian premiere of Alexander von Zemlinsky's "Circle of Chalk" (Der Kreidekreis) and Richard Strauss's "The Woman Without a Shadow" (Frau ohne Schatten). His only string quartet was written while he was in Graz. In 1937, he joined the New German Theater in Prague, where he conducted the premier of Ernst Krenek's "Karl V". When the Munich Agreement was signed, Karl Rankl fled with his wife, Adele, the daughter of chemist Rudolf Jahoda, whom he married in 1923, by a roundabout route to Switzerland. There Rankl finished his Symphony No. 1, but after only a few months they had to return to Czechoslovakia to endure hardship until they could receive permission to travel to England.
The Rankls reached England in August 1939, first living in Bristol until Rankl was interned in May 1940 as an enemy alien. He was detained in Bristol, Liverpool and the Island of Man before being released on medical grounds from an internment camp there during the first half of November 1941. The Rankls then moved to Oxford, where they changed lodgings several times until they were finally received by Prof. Gilbert Murray at his cottage and Rankl's previously poor health rapidly improved. Rankl composed songs and symphonies and in the spring of 1944 was able to continue his conducting career in the United Kingdom, successfully working with the London Philharmonic Orchestra and various orchestras at the BBC. The following year saw him making several recordings for Decca and Columbia - in addition to overtures and symphonies, there were also two instrumental concerts and numerous excerpts from operas from his well-established repertoire. Rankl also tried to include works from his teachers, conducting the British premier of Arnold Schoenberg's "Ode to Napoleon Buonaparte" and the premier of Anton Webern's Cantata Opus 29. From 1946 until 1951 he was musical director of the Royal Opera House in Covent Garden, London, whose ensemble was completely organized from scratch, with English-language operas being performed for the first time performed over the entire year. Rankl had started from a difficult position as an "enemy alien", but he managed to build a functioning opera orchestra and vocal ensemble to rehearse, among other things, the complete "Ring of the Nibelung" by Richard Wagner. The season schedule also included Benjamin Britten's "Peter Grimes" and Arthur Bliss's "The Olympians", which Rankl premiered. In 1951, his own opera "Deirdre of the Sorrows" (with libretto by J. M. Synge) won the Arts Council of Britain prize for composition, though it remains until now unperformed. Karl Rankl, whose high point of his conducting career had passed, now turned toward constantly composing music mainly for large orchestras and striving to build a sustainable reputation as a composer. He was appointed director of the brand new Royal Scottish National Orchestra in Glasgow and Edinburgh, where he conducted his first symphony orchestra at the age of 54.
His final permanent position took him to Sydney, Australia, where in 1958-60 he was tasked to establish a strong opera ensemble as conductor of the Elizabethan Opera Company Trust. In the three years of his tenure there, Rankl reconfigured two schedules with productions cast separately in a brief but intensive run of performances, a "Stagione" system, in which he conducted a repertoire of operas with vocal ensemble (soloists and a choir) in Brisbane, Sydney, Melbourne and Adelaide together with the respective radio orchestras of those cities. In Australia, Rankl also succeeded in composing much music and, as happened earlier in Scotland, his own works were performed quite successfully.
Rankl spent his last years in London and increasingly in the Austrian town of St. Gilgen, where living costs were much lower. His last complete work, the secular oratorio "Der Mensch" (1963-64) mainly incorporates his older work - sometimes in arrangements, which originated either at turning points in his life or at prominent periods of his career.
Karl Rankl died in Salzburg on 6 September 1968, shortly before his seventieth birthday.
[Written by Nicole Ristow / Glossary of Musicians Persecuted during the Nazi Era (University of Hamburg)]


Karl Rankl dirigiert die Wiener Symphoniker (vermutlich JĂ€nner 1953, Wiener Konzerthaus)

Karl Rankl, alias: Francis, Charles

Works by Karl Rankl
WorkYearComposer
2 Gedichte von Heinrich HeineRankl, Karl
3 Lieder fĂŒr ChorRankl, Karl
3 WiegenliederRankl, Karl
3rd SymphonyRankl, Karl
4 Lieder fĂŒr eine FrauenstimmeRankl, Karl
4 Schottische Lieder [Klavierauszug]Rankl, Karl
4 Schottische Lieder [Partitur]Rankl, Karl
6 [7] Songs for Mezzosoprano, op. 9Rankl, Karl
7 Songs for Baritone, op. 6Rankl, Karl
7 Songs for Tenor, op. 8Rankl, Karl
9 Songs for Soprano, op. 7Rankl, Karl
A Chinese Picture-Book, op. 5Rankl, Karl
A Christmas Overture (Weihnacht Ouverture)20. Oktober 1957
(written)
Rankl, Karl
AbendliedRankl, Karl
Ach, Herr, lass Dein lieb EngeleinRankl, Karl
Asyl fĂŒr ObdachloseRankl, Karl
Ballade von der ArbeitRankl, Karl
Chor der proletarischen, politischen GefangenenRankl, Karl
Chor von der WissenschaftRankl, Karl
ChorstĂŒck fĂŒr NachtschwĂ€rmer (An einen Baum) [Gemischter Chor]Rankl, Karl
ChorstĂŒck fĂŒr NachtschwĂ€rmer (An einen Baum) [MĂ€nnerchor]Rankl, Karl
Der Mensch [Klavierauszug]Rankl, Karl
Der Mensch [Partitur]Rankl, Karl
Die Jakobsleiter [Bearbeitung]Rankl, Karl
Einheitsfront-LiedRankl, Karl
Entflieh mit mir!Rankl, Karl
FrĂŒhlingsliedRankl, Karl
Gehn zwei BubenRankl, Karl
GrussRankl, Karl
Herr X-YpsilonRankl, Karl
I. Sinfonie fĂŒr großes Orchester und drei FrauenstimmenRankl, Karl
II. Sinfonie fĂŒr OrchesterRankl, Karl
KneipenliedRankl, Karl
Lied der BauarbeiterRankl, Karl
Lied vom Abbau [MĂ€nnerchor a cappella]Rankl, Karl
Lied vom Abbau [MĂ€nnerchor und Becken]Rankl, Karl
Lied vom TodeRankl, Karl
Litanei der Gutsarbeiter [Klavierauszug]Rankl, Karl
Marsch fĂŒr Großes Orchester [Klavierauszug]Rankl, Karl
Musik aus der Oper "Deirdre". Suite fĂŒr Großes Orchester, PartiturRankl, Karl
Schließe mir die Augen beideRankl, Karl
Schlußchor der ArbeiterRankl, Karl
SchnitterliedRankl, Karl
Sinfonietta [Nr. 1] fĂŒr großes OrchesterRankl, Karl
Sinfonietta [Nr. 2] fĂŒr großes OrchesterRankl, Karl
Sonata concertante for contra bass and pianoRankl, Karl
Stilles ZeichenRankl, Karl
StreichquartettRankl, Karl
Suite for Strings in five movementsRankl, Karl
Symphonie Nr. VIIIRankl, Karl
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